Erkenntniskooperation

(Auszug des Exposés zum Promotionsvorhaben)

Das Prinzip der Erkenntniskooperation zielt auf die aktive Beteiligung der Protagonisten an der Forschung, sowie auf die Teilhabe von Wissenschaftlern, die sich ebenfalls mit dem Wissenschaftsfeld des Tourismus bzw. des politischen Reisens beschäftigen. 
Bei dieser nimmt die Internetplattform eine zentrale Stellung ein. So werden ehemalige oder aktuell politisch Reisende die Möglichkeit bekommen, Gedanken, Berichte und eigene Analysen zu ihren Reisen in Form von Artikeln zu veröffentlichen. 
Im Zuge der Voruntersuchungen, der Erstellung dieses Exposés vorgelagert, konnte in Gesprächen mit Protagonisten über die eigene politische Reisepraxis festgestellt werden, dass ein großes Interesse an Selbstreflexion besteht, was wiederum oft dazu führte, dass bei einigen der Wunsch entstand, sich zum zum Thema tiefer gehend zu äußern und die Ergebnisse der Selbstreflexion in eigenen Texten zu verarbeiten. 
Zudem gibt es die politische Reisepraxis naturgemäß vor, dass die Protagonisten vielerlei Formen von Texten verfassen, was dem Sendungsbewusstsein von politischen Gruppierungen entspricht. So werden eine Vielzahl von Reporten, Nachrichtentexten und E-Mail-Newslettern produziert, die einen Einblick in die politische Praxis, die Kognitionen des Akteurs vor Ort und die Strategien zur Ingangsetzung eines politischen Transformationsprozesses ermöglichen.
Ziel des Einbezugs der Protagonisten ist also deren möglichst weitgehende aktive Beteiligung an der Studie durch die Sammlung und Veröffentlichung der von ihnen verfassten Texte der 1. Reflexion der gewählten Reiseform und 2. Informations- und Erkenntnisweitergabe, die einen wichtigen Bestandteil der politischen Reisepraxis bilden. 
Auch Wissenschaftler, die sich in den Teilgebieten der Tourismuswissenschaften engagieren, sollen über die besagte Internetplattform die Möglichkeit erhalten, Artikel zum untersuchten Phänomen zu veröffentlichen. So soll versucht werden, einen regen Austausch über Erkenntnisse im Feld in Gang zu setzen und damit eine gewisse Wissenschaftsdynamik zu erzeugen. 
Zum Schluss sei hier noch bemerkt, dass sich beide „Beteiligungsgruppen“ personell oft überschneiden. So bewegen sich die Protagonisten zu einem großen Teil in einem Umfeld der Geisteswissenschaften, u.a. vielmals auch der Anthropologie, was dazu führt, dass Gespräche mit ihnen und die von ihnen produzierten Texte zu einer wissenschaftlichen Austauschdynamikwährend des Feldforschungsprozesses selbst führen können.